Adressbuch der Westpfalz 1911/12

Bei Onlinerecherchen bin ich auf die Webseite DILIBRI Rheinland-Pfalz gestoßen. Man findet dort eine Menge digitalisierter Bücher, Bilder und Landkarten. Wer sich da mal umsehen will, kann diesen LINK benutzen.

Adressbuch_01Es gibt dort auch einige Adressbücher – unter anderem ein Adressbuch der Westpfalz mit den Orten -Zweibrücken,Homburg und St. Ingbert.

Natürlich sind ind diesem Buch  auch die Einwohner von Beeden-Schwarzenbach verzeichnet. Es sind 3 Seiten, beginnend mit einer Vorstellung der Amtspersonen und Honorationen des Ortes – danach folgt in alphabetischer Reihenfolge die Eintragung der Adresse und oft auch der Beruf.

Interessant wäre es natürlich, wenn man diese Einträge mit früheren oder späteren Adressbüchern vergleichen könnte.

Interessant ist noch die Einwohnerzahl im Jahr 1911/12:

Männliche 280
Weibliche 306
Zusammen 586
Katholiken 215
Protestanten 371
Haushaltungen 120

Wenn Sie auf die Fotos der 3 Seiten anklicken, dann erhalten Sie das Vollbild und können  die Seiten lesen und  damit arbeiten.

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Eine Zusammenfassung aller Seiten von Beeden und Schwarzenbach, sowie Titel- und Inhalts-Seite finden Sie hier zum Download.

(2-2016)

Friedrich Aulenbach: Der Kirchthurm von Beeden

Kennst Du ihn noch, den alten Thurm von Beeden.
Im Kornfeld dort? Man denkt jetzt seiner kaum.
Doch stand er hoch und tausend Lippen flehten
Dereinst in seiner Kirche. weitem Raum.
Die Stätte zwar, die heil’ge liegt zertrümmert,
Wo sich gestärkt manch Herz im trüben Leid,
Und nur der Thurm noch einsam ragt und schimmert
Als ein Vermächtniß längstvergang’ner Zeit.

Wohl Vieles hat der Alte schon erfahren.
Wild von des Krieges Furie oft umweht,
Hat ihn in grauen, fernentleg’nen Jahren
Der Väter frommer Glaubenssinn erhöht.
So manche Menschenwerke sah er gründen
Und untergeh’n im raschen Zeitenlauf;
So manche Reiche sah er spurlos schwinden
Und andre tauchten plötzlich wieder auf.

Wohl Vieles hat der Alte schon erfahren;
Nun lagert ödes Schweigen sich um ihn.
Noch jetzt sieht der die müden Pilgerschaaren,,
Wie sonst, zur letzten dunklen Wohnung zieh’n..
So Vieles hat die Zeit seitdem verschlungen,
Was theuer uns, ruht längst im Grabesschooß;
Und mit des Thurmes Glocken, die verklungen,
Riß sich ein Ton aus sel’gen Tagen los.
O Bild der Wandlung! Wo vordem als Knaben
Wir kletterten zum Storchennest hinan,
Da ziehn wir jetzt, achtlos im Herbst der Jahre,
Im Flur vorüber auf der Eisenbahn,-
Sie, die so Manches nahm, was nimmer wieder
So wundervoll im Jugendglanz sich zeigt,
Hat auch des Thurm’s langjähr’gen Hort und Hüter,
Den treuen Storch, auf immer weggescheucht.
1875 Aus: Aus sonnigen Tagen, Ludwigshafen 1875
Friedrich Aulenbach, * 1810 Annweiler, + 1882 Zweibrücken

Der Text ist heute zu finden in dem schönen Titel aus dem Gollenstein-Verlag:

Einatmen will ich die Zeit – Ein Saarpfalz Lesebuch (2003)
Fred Oberhauser – Bernhard Becker – Martin Baus
ISBN 3-935731-49-3