Lympacher Abschied 1604

Sie waren schon sehr begierig, die Herzöge aus Zweibrücken.
In den Jahren zwischen 1410 und 1444, Herzog war damals der Wittelsbacher Stephan,  kamen viele Ortschaften unserer Umgebung in den Zweibrücker Besitz. Und da waren Streitigkeiten um die Machtbefugnisse nicht zu vermeiden.  Im Juni 1603 hat man sich dann in der Limbacher Kirche mit den Grafen von Nassau-Saarbrücken getroffen, um diese Streitigkeiten beizulegen.

Eine schöne Einführung zum “Lypacher Abschied” finden sie hier.

Ich meinem Besitz befindet sich eine originale Schrift aus dem Jahr 1604:

Grenzbeschreibung_500Grenzbeschreibung
des Niederbexbacher, Altenstätter,
Erbacher und Homburger Banns,
auch Vier Herrn Wald zwischen
Erbach und Homburg
gelegen

Geschrieben hat dieses Grenzbeschreibung  Johannes Hoffmann, seiner Zeit Landschreiber und Geograph des pfälzisch – zweibrückischen Amtes Lichtenberg. Beschrieben werden 26 detaillierte Grenzsteine auf 18 beschriebenen Seiten.

Ich habe nun das ganze Dokument eingescannt und stelle es für Interessenten  als Download zur Verfügung. Die PDF Datei hat eine Größe von 2MB und kann hier heruntergeladen werden.

Leider fehlt im Moment die Zeit, das Dokument zu übersetzen – wer das machen möchte oder schon einen Teil übersetzt hat, sollte mich doch an dieser Arbeit teilhaben lassen.

(2-2016)

Frey, Michael: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des Gerichts-Bezirks von Zweibrücken

Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des Gerichts-Bezirks von Zweibrücken im königl. bayer. Rheinkreise“ Speyer 1836-1837, Nachdruck im Verlag Johann Richter Pirmasens -1975, darin S. 163 im Landkommissariat Homburg, Kanton Homburg:

Beeden_Frey_Rheinkreis_550

Dieser Titel ist auch in der GOOGLE Digitalbibliothek publiziert und steht  kostenlos zum Download bereit.

(2-2016)

Rölle: Inventar Siebenpfeiffer

Nr. 7683: Gemeindebanngrenzen des Bezirksamts Homburg. Bd. 3: Trennung zwischen der gemeinschaftlichen Markung zwischen den Gemeinden Homburg und Beeden –
Schwarzenbach.
1819 April – 1913 April
293 Bl.

Siebenpfeiffer befürwortet am 28. April 1819 in einem Schreiben an die Kreisregierung die Trennung der Güter von Homburg und Beeden – Schwarzenbach, weist aber darauf hin, dass wegen der Gemengelage der Grundstücke mit Schwierigkeiten zu rechnen ist. Beeden und Schwarzenbach sollten auch als selbständige Gemeinde von Homburg getrennt und die Grenze durch unparteiische Experten festgelegt werden. Sollte die Trennung nicht möglich sein, wäre Beeden – Schwarzenbach die Haltung einer Schafherde zu gestatten und eine Weide zuzuweisen. In Anlage: Beschluß der Schöffenräte von Beeden und Schwarzenbach vom 22. April 1819. Schreiben des Oberbürgermeisters und Stadtrats von Homburg vom 24. April 1819 an die Kreisregierung. (Bl. 1 – Bl. 8) – Siebenpfeiffer erinnert die Regierung am 28. Juni 1819 an die erbetene Entscheidung über die Bannteilung, da die Homburger Schafweide zur Bezahlung des Gebäudes für das Landkommissariat verpachtet werden muß. Er selbst hält die Teilung für unmöglich. (Bl. 9) – Der Landkommissar reicht am 22. August 1829 bei der Kreisregierung das Gesuch der Gemeinde Schwarzenbach um Trennung von Beeden ein. Er empfiehlt, beiden Gemeinden möglichst bald die Aufstellung eines eigenen Gemeindevorstands zu gestatten. Die Regierung lehnt die Trennung ab, ist aber bereit, für beide Gemeinden eigene Adjunkten einzusetzen und rät zu einer Übereinkunft mit der Stadt Homburg über abgeteilte Weidebezirke. (Bl. 15) – Siebenpfeiffer legt der Regierung am 23. September 1828 einen Beschluß des Stadtrats von Homburg über eine neue Vermessung ihres Bannes vor. Die Regierung regt an, die staatliche Vermessung der Parzellen abzuwarten. In Anlage: „Berathschlagungs Protocoll des Stadt Rathes zu Homburg vom 16. September 1828.“ (Bl. 16 ff.) – Siebenpfeiffer legt der Kreisregierung am 13. Dezember 1828 einen Antrag von Beeden – Schwarzenbach zur Trennung ihres Bannes von Homburg vor. Die Regierung lehnt ab. (Bl. 19)

aus: Rölle Thomas, Inventar Siebenpfeiffer mit Anhang (Stand 19. November 1999)
Die CD mit dem ganzen Text der Arbeit ist beim Saar-Pfalz-Kreis – Amt für Heimat- und Denkmalpflege erhältlich.

(2-2016)

Fundstellen

Beeden_Tuermchen_160Unter “Fundstellen” stelle ich Texte und Hinweise zu BEEDEN aus der Literatur und weiteren Quellen zur Verfügung, die von Interesse sein könnten.

Teilweise werde ich den ganzen Text, aber auch nur Hinweise zur Quelle anzeigen.

Für Ihre Mithilfe bei weiterer Fundstellensuche wäre ich sehr dankbar. Werner Cappel

Alphabetische Liste der Fundstellen – LINKS in der linken Spalte anklicken


Link Inhalt
Friedrich Aulenbach
(Einatmen will ich die Zeit)
Gedicht: Kirchthurm von Beeden
Adressbuch der Westpfalz 1911/12 Die Seiten der Einwohner von Beeden
Amtsblatt des Saarlandes Verschiedene amtliche Bekanntmachungen und Urkunden
Becker, Die Pfalz und die Pfälzer Das Westrich mit Erwähnung des Dorfes Beeden
Frey: Geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des Gerichts-Bezirks von Zweibrücken im königl. bayer. Rheinkreise“ Speyer 1836-1837 Beeden und Schwarzenbach
Heintz, P. C.: Kriegstagebuch 1782-1800 Das Beederfeld
Herrmann, Kirchengeschichte Homburgs Kirchengeschichte Beeden
Lympacher Abschied 1604 Genzbeschreibung 
Neumann Ortslexikon des Deutschen Reichs 1894 Ortseintrag Beeden
Riehl, Die Pfälzer 1857 Das Dorf Beeden
Rölle, Inventar Siebenpfeiffer Gemeindebanngrenzen
Beeden-Schwarzenbach
Verzeichnis der Gemeinden des Rheinkreises –  Speyer 1824 Neuer Name: Beedenbach

Einträge im Amtsblatt des Saarlandes

Beeden_Tuermchen_160Professor Christoph Gröpl, die Universität des Saarlandes  und die Staatskanzlei stellen in Zusammenarbeit das Archiv “Amtsblatt des Saarlandes” 1947 – 1998 Online.

Es ist sehr einfach, dort nach einem Begriff oder Ort zu suchen. Dabei wird eine Liste mit Ergebnissen bereit gestellt, die man dann weiter abarbeiten kann.

Bei erster Durchsicht habe ich 6 Ergebnisse gefunden, die unseren Ort Beeden betreffen.

Als Beispiel der folgende Eintrag

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Es gbit dort auch einen weiteren Link, der zum Amtsblatt bis 2015 führt. Weitere Amtsblätter sehen zur Verfügung.

(2-2016)

Adressbuch der Westpfalz 1911/12

Bei Onlinerecherchen bin ich auf die Webseite DILIBRI Rheinland-Pfalz gestoßen. Man findet dort eine Menge digitalisierter Bücher, Bilder und Landkarten. Wer sich da mal umsehen will, kann diesen LINK benutzen.

Adressbuch_01Es gibt dort auch einige Adressbücher – unter anderem ein Adressbuch der Westpfalz mit den Orten -Zweibrücken,Homburg und St. Ingbert.

Natürlich sind ind diesem Buch  auch die Einwohner von Beeden-Schwarzenbach verzeichnet. Es sind 3 Seiten, beginnend mit einer Vorstellung der Amtspersonen und Honorationen des Ortes – danach folgt in alphabetischer Reihenfolge die Eintragung der Adresse und oft auch der Beruf.

Interessant wäre es natürlich, wenn man diese Einträge mit früheren oder späteren Adressbüchern vergleichen könnte.

Interessant ist noch die Einwohnerzahl im Jahr 1911/12:

Männliche 280
Weibliche 306
Zusammen 586
Katholiken 215
Protestanten 371
Haushaltungen 120

Wenn Sie auf die Fotos der 3 Seiten anklicken, dann erhalten Sie das Vollbild und können  die Seiten lesen und  damit arbeiten.

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Eine Zusammenfassung aller Seiten von Beeden und Schwarzenbach, sowie Titel- und Inhalts-Seite finden Sie hier zum Download.

(2-2016)

Friedrich Aulenbach: Der Kirchthurm von Beeden

Kennst Du ihn noch, den alten Thurm von Beeden.
Im Kornfeld dort? Man denkt jetzt seiner kaum.
Doch stand er hoch und tausend Lippen flehten
Dereinst in seiner Kirche. weitem Raum.
Die Stätte zwar, die heil’ge liegt zertrümmert,
Wo sich gestärkt manch Herz im trüben Leid,
Und nur der Thurm noch einsam ragt und schimmert
Als ein Vermächtniß längstvergang’ner Zeit.

Wohl Vieles hat der Alte schon erfahren.
Wild von des Krieges Furie oft umweht,
Hat ihn in grauen, fernentleg’nen Jahren
Der Väter frommer Glaubenssinn erhöht.
So manche Menschenwerke sah er gründen
Und untergeh’n im raschen Zeitenlauf;
So manche Reiche sah er spurlos schwinden
Und andre tauchten plötzlich wieder auf.

Wohl Vieles hat der Alte schon erfahren;
Nun lagert ödes Schweigen sich um ihn.
Noch jetzt sieht der die müden Pilgerschaaren,,
Wie sonst, zur letzten dunklen Wohnung zieh’n..
So Vieles hat die Zeit seitdem verschlungen,
Was theuer uns, ruht längst im Grabesschooß;
Und mit des Thurmes Glocken, die verklungen,
Riß sich ein Ton aus sel’gen Tagen los.
O Bild der Wandlung! Wo vordem als Knaben
Wir kletterten zum Storchennest hinan,
Da ziehn wir jetzt, achtlos im Herbst der Jahre,
Im Flur vorüber auf der Eisenbahn,-
Sie, die so Manches nahm, was nimmer wieder
So wundervoll im Jugendglanz sich zeigt,
Hat auch des Thurm’s langjähr’gen Hort und Hüter,
Den treuen Storch, auf immer weggescheucht.
1875 Aus: Aus sonnigen Tagen, Ludwigshafen 1875
Friedrich Aulenbach, * 1810 Annweiler, + 1882 Zweibrücken

Der Text ist heute zu finden in dem schönen Titel aus dem Gollenstein-Verlag:

Einatmen will ich die Zeit – Ein Saarpfalz Lesebuch (2003)
Fred Oberhauser – Bernhard Becker – Martin Baus
ISBN 3-935731-49-3

Beeden – interaktiver Ortsplan

Jägerhausstraße

Jägerhausstrasse_SchildDie Jägerhausstraße beginnt an der Eisenbahnbrücke und führt bis zum ehemaligen Zweibrücker Wasserwerk. Von dort läuft sie dann noch weiter Richtung Schwarzenbach. Über 1200 Meter ist sie lange, wir begleitet auf der einen Seite von der stillgelegten Eisenbahntrasse (über die sicher auch noch etwas zu schreiben ist)  und auf der anderen Seite liegt das Industriegebiet West der Stadt Homburg.

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Fast am Ende der Jägerhausstraße steht das interessanteste Objekt – das Kraftwerk, (ein eigener Artikel über das Kraftwerk ist in Vorbereitung) erbaut von Oscar von Miller und am 1. April 1914 in Betrieb genommen.

Oskar_von_Miller_BriefmarkeOscar von Miller, der Erbauer des “Deutschen Museums” in München ist auch der Architekt dieser, in der Zwischenzeit unter Denkmalschutz stehenden Industrieanlage.

Wahrscheinlich war es aber doch zu spät, denn von dem wunderschönen Bau, wie er auf folgenden Postkarten zu sehen ist, steht nur noch ein Torso. Viele Teile sind abgerissen oder umgebaut. Leider hat man in der Zeit, in der der ganze Komplex im Besitz der Pfalzwerke war, wenig Sinn und Augen für dieses schöne Gebäude gehabt und nur auf Funktionalität geschaut.

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Ansicht der Gebäude im Mai 2009 (C) W. Cappel

2 Postkarten mit der originalen Ansicht des Komplexes
Jägerhausstrasse_KW_3a Jägerhausstrasse_KW_4

Auch im Jahr 1934 war das Kraftwerk noch ein interessantes Thema:
Ausschnitt aus einem Entwurf zu einem Kalenderblatt von Siegele.

Jägerhausstrasse_KW_siegele_1934

Nach der Erbach – Überquerung steht auf der anderen Straßenseite (rechts) ein weiteres, historisch wichtiges Gebäude: die Beeder Mühle.

Auf vielen Landkarten ist dieses Objekt verzeichnet und auch in den Kirchenbüchern taucht die Beeder Mühle oft als Geburtsort auf.

Auf einer Zeichnung von Karl Graf sieht die Mühle so aus:

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Jagerhausstrasse_Beeder_MuhleUnd so zeigt sich die Mühle dem Betrachter im Jahr 2009

(Auch zur Beeder Mühle ist ein eigener Bericht in Vorbereitung.)

Jägerhaus-Strasse – und woher kommt der Name?

Am Ende der Strasse stand einmal das Jägerhaus des Herzogs von Pfalz-Zweibrücken. Und daher der Name.

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(… wird fortgesetzt 2-2016)